Rezension: Scythe-Die Hüter des Todes, Neal Shusterman

Quelle: Fischer Verlag
Titel "Scythe - Die Hüter des Todes"
Autor: Neal Shusterman
Originaltitel: "Scythe - Arc of a Scythe"
Übersetzer: Pauline Kurbasik und Kristian Lutze
Genre: Jugendbuch
Verlag: Fischer Sauerländer
Erscheinungsdatum: September 2017
Seitenanzahl: 528 
ISBN: 978-3737355063
Preis: 19,99€ (Gebunden) 14,99€ (E-Book)





"Es beginnt mit dem ersten Tag unserer Lehre-aber offiziell nennen wir es nicht töten. Diese Bezeichnung ist gesellschaftlich und moralisch inkorrekt. Von Anfang an und bis heute heißt es nachlesen, nach der Art, wie die Armen in biblischen Zeiten den Wegen der Weinbauerngefolgt sind, um einzelne vergessene Reben aufzulesen. Es war die früheste Form der Wohlfahrt. Genauso ist die Arbeit eines Scythe. Sobald ein Kind alt genug ist zu verstehen, wird ihm erklärt, dass Scythe einen unentbehrlichen Dienst für die Gesellschaft leisten. Unsere Arbeit kommt einer heiligen Mission so nahe, wie die moderne Welt sie überhaupt kennt."
("Scythe - Die Hüter des Todes", Neal Shusterman, Seite 9)


Beschreibung:


Unsterblichkeit, Wohlstand, unendliches Wissen.
Die Menschheit hat die perfekte Welt erschaffen – aber diese Welt hat einen Preis.

Citra und Rowan leben in einer Welt, in der Armut, Kriege, Krankheit und Tod besiegt sind. Aber auch in dieser perfekten Welt müssen Menschen sterben, und die Entscheidung über Leben und Tod treffen die Scythe. Sie sind auserwählt, um zu töten. Sie entscheiden, wer lebt und wer stirbt. Sie sind die Hüter des Todes. Aber die Welt muss wissen, dass dieser Dienst sie nicht kalt lässt, dass sie Mitleid empfinden. Reue. Unerträglich großes Leid. Denn wenn sie diese Gefühle nicht hätten, wären sie Monster.
Als Citra und Rowan gegen ihren Willen für die Ausbildung zum Scythe berufen werden und die Kunst des Tötens erlernen, wächst zwischen den beiden eine tiefe Verbindung. Doch am Ende wird nur einer von ihnen auserwählt. Und dessen erste Aufgabe wird es sein, den jeweils anderen hinzurichten …


Inhalt:


Citra lebt in einer perfekten Welt.

Die Menschen haben alles erreicht was sie erreichen können, seit die Technik so weit fortgeschritten war, dass die Cloud alle Probleme der Menschehit lösen konnte. Diese Supertechnik wird seitdem von den Menschen Thunderhead genannt. Der Thunderhead hat dafür gesorgt, dass kein Mensch mehr leiden muss. Es gibt weder Hungersnöte noch Kriege. Sogar die Medizin ist soweit fortgeschritten, dass Verletzungen jeder Art wieder geheilt werden können.

Es gibt nur eine Sache, die die Menschen nicht dem Thunderhead überlassen haben: Die Macht über den Tod. Denn dadurch dass sich niemand mehr verletzen kann, kann auch niemand mehr sterben. Falls man jemals "totenähnlich" sein sollte, wird man schleunigst ins nächste "Revival Zentrum" gebracht und wacht nach etwa drei Tagen wie neugeboren wieder auf. Auch ein natürlicher Tod kommt nicht in Frage, denn durch das sogenannte "über den Berg kommen" kann man sich einfach wieder auf ein beliebiges Alter resetten lassen.

Doch wie wird das Problem der Überbevölkerung gelöst?

Durch die Scythe. Sie sorgen dafür, dass jährlich genug Menschen "nachgelesen" werden, damit es zu keiner Überbevölkerung kommt.

Daher ist Citra erstmal geschockt als eben einer dieser Scythe plötzlich vor ihrer Tür steht. Der ehrenwerte Scythe Faraday hat jedoch nicht vor, ein Mitglied aus Citras Familie nachzulesen, sondern bleibt nur zum Abendessen und verabschiedet sich kurz danach wieder.

Doch nur wenige Tage später nimmt Scythe Faraday Citra als Lehrling an. Aber nicht nur sie. Auch ein Junge namens Rowan wird angenommen, der ebenfalls schon Bekanntschaft mit Scythe Faraday gemacht hat. Denn Rowan musste mitansehen wie Scythe Faraday einen seiner Mitschüler nachgelesen hat.

Nun jedoch sollen Rowan und Citra in einem Wettkampf gegeneinander antreten um festzustellen wer von beiden besser als Scythe geeignet ist. Dabei werden sie tiefer in die Komplotte und Koroption unter den Scythe hineingezogen als ihnen lieb ist.

Meine Meinung:


"Scythe - Die Hüter des Todes" ist ein einzigartiges Buch. Die Idee ist neu und mit anderen Büchern überhaupt nicht vergleichbar. Das war es auch, was mir an diesem Buch am Besten gefallen hat. Es ist ja häufig so, dass man Parallelen zwischen manchen Büchern ziehen kann. Doch zu "Scythe" fällt mir absolut keine Parallele ein.

Der Schreibstil ist einfach, aber spannend gehalten. So konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und habe es in für mich kürzester Zeit gelesen.

Die Sichtweise wechselt zwischen Rowan und Citra, sodass man von beiden Charakteren einen guten Eindruck bekommt. Zudem werden beide sehr lebendig beschrieben.

Zwischen den Kapiteln gibt es jedesmal kurze Ausschnitte aus den Tagebüchern einiger Scythe. Dadurch bekommt man auch Einblick in die Gedankenwelt der Nebenpersonen. Vor allem Scythe Goddard wurde so für mich noch einmal furchteinflössender und brutaler.

Mir persönlich ist bei Utopien besonders wichtig, das alle eventuellen Fälle bedacht wurden. Damit meine ich, dass zum Beispiel bei "Scythe" erklärt wurde wie mit Problemen wie Selbstmord, Übergewichtigkeit und Depression umgegangen wird, da diese Themen in einer perfekten Welt wie in "Scythe" ja keine Rolle mehr spielen dürften. Oft geht es mir nämlich so, dass ich in Utopien kleine Widersprüche finde oder mich frage wie und ob bestimmte Probleme gelöst wurden. Bei "Scythe" war ich überrascht wie viele Eventualitäten bedacht wurden.

Doch ich muss zugeben ein winziges Manko hat dieses Buch meiner Meinung nach. Anfangs ist es etwas anstößig wie leicht mit dem Thema Tod umgegangen wird. Natürlich macht dieser Aspekt das Buch nur überzeugender. Doch als Leser muss man sich erst daran gewöhnen. 
Zum Beispiel macht es manchen Personen aus der Geschichte Spaß sich von Hochhäusern zu stürzen. Dass wird als "Platschen" bezeichnet und stellt natürlich in der Welt aus "Scythe" kein Problem dar. Mir persönlich wurde bei dem Gedanken etwas mulmig zu Mute und ich habe es als leicht taktlos empfunden. Andererseits kann ich natürlich verstehen, dass dies für das Buch wichtig ist, um die Geschichte möglichst glaubwürdig darzustellen. 


Fazit:

Pro:
Spannend
Leicht zu Lesen
Einzigartig
Neue Idee
Charaktere lebendig beschrieben

Contra:
Anfangs etwas anstößig

Ich gebe "Scythe - Die Hüter des Todes" volle fünf Sterne. Ich habe überlegt einen Punkt abzuziehen,  wegen dem genannten Manko. Doch meiner Meinung nach ist das wichtig für die Glaubwürdigkeit der Geschichte, daher bleibe ich bei meiner Bewertung:


Kommentare:

  1. Das Buch klingt echt sehr toll und ich habe mir auch schon die Leseprobe durchgelesen. Ich glaube es wird wohl bald den Weg zu mir finden.
    Außerdem finde ich die Rezension auch sehr schön, angenehm zu lesen und sehr strukturiert.
    LG

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    1. Es freut uns, dass dir die Rezension so gut gefallen hat. Wir freuen uns immer wieder über ein Feedback zu unserem Blog und den einzelnen Beiträgen - also vielen lieben Dank dafür! ;)

      Liebe Grüße
      Vanessa von der Bücherwald

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