Rezension: "Im Turm", Josiah Bancroft

Vielen Dank an das Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House Bertelsmann, die mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben! :)

Quelle: Verlagsgruppe Random House Bertelsmann

Titel: "Im Turm"
Autor: Josiah Bancroft
Originaltitel: "Senlin Ascends - The Books of Babel"
Übersetzer: Sabine Thiele
Genre: Fantasy, Science Fiction
Verlag: Heyne
Erscheinungsdatum: 13.08.18
Seitenzahl: 448
ISBN-13: 978-3453319509
Preis: Taschenbuch 14,99€




"Wie lautet das alte Sprichwort? Wie das Wasser zum Abfluss, so werden wir vom Turm angezogen."
("Im Turm", Josiah Bancroft, S. 122)


Klappentext:

Der Turm von Babel ist das gewaltigste Bauwerk des Seidenen Zeitalters: er ragt so hoch in die Wolken hinein, dass niemand weiß, wo er endet; in seinem Inneren gibt es ganze Königreiche und unzählige Labyrinthe voller geheimnisvoller Kreaturen und tödlicher Gefahren. Eigentlich wollte der furchtsame Thomas Senlin nur einen kurzen Blick auf dieses Weltwunder werfen und dann weiterreisen. »Falls wir uns in der Menschenmenge verlieren, treffen wir uns auf der Spitze des Turmes wieder«, sagt seine frisch angetraute Frau Marya noch kokett zu ihm, kurz darauf ist sie tatsächlich spurlos verschwunden. Senlin bleibt keine Wahl: Er muss rein in den Turm und rauf auf die Spitze, wenn er seine Frau wiederfinden will. Das Abenteuer beginnt ...
Quelle: Verlagsgruppe Random House Bertelsmann

Inhalt:

Der Dorfschullehrer Thomas Senlin ist absolut fasziniert von diesem Bauwerk: dem Turm von Babel. Zahlreiche Mythen und Geschichten ranken sich darum und doch weiß niemand wirklich viel über diesen Turm. Fest steht jedoch, dass er für die Bevölkerung einen Ort der Hoffnung darstellt, an dem man sich eine große Existenz aufbauen kann. Seine Hochzeitsreise nutzt Senlin dann schließlich um diesem sagenumwobenen Gebäude einen Besuch abzustatten und einen schönen und erholsamen Urlaub in dessen Bädern zu verbringen. Doch als plötzlich seine Frau verschwindet, ist für Senlin eines klar: Er muss den Turm von Babel betreten, denn dies ist die einzige Chance seine Frau wieder zu finden. Doch was ihn innerhalb der massiven Mauern erwartet ist längst nicht so angenehm und rosig, wie sich Senlin vorgestellt hatte...

Meine Meinung:

Dieses Buch ist ein Meisterwerk für sich! Allein der Klappentext hatte mich so sehr angesprochen, dass ich ohne weiteres Recherchieren sofort das Bedürfnis hatte dieses Buch zu lesen und es im selben Augenblick auch schon beim Verlag angefragt hatte. Als ich es dann schließlich in den Händen hielt, konnte ich es kaum erwarten endlich mit dem Lesen anzufangen. Ein wenig enttäuscht war ich dann allerdings, als das Buch nicht ganz so rasant begann, wie es dem Leser durch einen Kommentar auf der Rückseite des Buches bereits versprochen wurde. Stattdessen verliefen die ersten 60 bis 100 Seiten etwas schleppend, was mir den Einstieg in das Buch ein wenig erschwerte. Sobald Senlin jedoch die zweite Turmebene erreicht, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Ab hier entwickelt sich ein absolutes Suchtpotential, die Spannung steigt schlagartig an und bleibt auch bis zum Ende des Buches dauerhaft auf einem hohen Niveau.
Besonders begeistert haben mich auch die Ideen des Autors. Bereits der Klappentext konnte mich ja schon von sich überzeugen. Beginnt man jedoch dieses Buch zu lesen, so bekommt man eine vollkommen neue Welt offenbart, die zugleich historische, als auch futuristische Elemente aufweist. Die einzelnen Turmebenen sind vollgepackt mit originellen und ausgefallenen Ideen, die einen immer wieder zum Staunen bringen. Man ist jedes Mal gespannt, wenn Senlin eine neue Ebene des Turmes betritt. Das, was einen dort erwartet liegt jenseits jeder Vorstellung und verleiht dem ganzen Buch somit einen sehr einzigartigen Charakter und einen großen Wiedererkennungswert.
Ebenso wie die Situationen in den einzelnen Turmebenen war auch die Handlung überraschend, was dafür sorgte, dass es zahlreiche unvorhergesehene Wendungen gab. Auch die Spannung wurde hierdurch erneut hoch gehalten.
Der Schreibstil, den der Autor für diesen Roman gewählt hat ist ein wenig anspruchsvoller, als zumindest ich es gewohnt bin. Dies führt unweigerlich dazu, dass man das Buch nicht zu jedem Zeitpunkt oder "mal eben so" lesen kann. Jedoch war dies auch wieder einmal etwas Neues, was mir ein wenig Abwechslung verleihen konnte. Der anspruchsvollere Schreibstil passt auch perfekt zu der Thematik dieses Buches, die ebenfalls etwas ernster und seriöser ist.
Ein weiterer Punkt, der mir sehr gut an diesem Buch gefallen hat ist, dass es etwas morbider war, als andere Romane. Dazu habe ich ein Beispiel herausgesucht: "Als die Sicht klarer wurde, machte Senlin ineinander verschlungene Gliedmaßen aus: eine schlaff an einem gebrochenen Gelenk baumelnde Hand, ein Knie, das unnatürlich unter einem verdrehten Fuß gebogen war, ein Mann, dessen Rückgrat wie der Rücken eines Buches gebrochen war; sein Hinterkopf ruhte zwischen seinen Fersen." (S. 38) Nicht jedem Leser gefallen jedoch solche Beschreibungen, man sollte sich also vor dem Lesen dieses Buches vergewissern, dass einen solche Formulierungen und Beschreibungen nicht stören.
Liest man den Klappentext, so lässt sich hier ein Einzelband vermuten. Jedoch war ich ein wenig perplex, als Senlin wenige Seiten vor Ende des Buches seiner verlorenen Ehefrau noch immer  nicht viel näher war, als zu Beginn. Als ich mich im Internet ein wenig schlau gemacht habe, konnte ich herausfinden, dass es sich hierbei um eine Reihe handelt. Im Englischen sind bereits drei Teile dieser Reihe erschienen. Einerseits freue ich mich, dass es einen hoffentlich genauso grandiosen Folgeband geben wird, der hoffentlich alle meine Fragen beantworten und die Geschichte zu einem zufriedenstellenden Ende bringen kann. Auf der anderen Seite muss ich nun wieder mindestens ein Jahr warten, bis dieser heißersehnte zweite Teil erscheinen wird...


Cover:

Das Cover zeigt die Spitze des Turmes von Babel und ist in rot und schwarz gehalten. Die rote Farbe sorgt für ein auffälliges Äußeres, das sofort ins Auge sticht. Das gesamte Cover glänzt dabei im Licht. Es lässt bereits vermuten, dass es sich um ein etwas düstereres Buch handelt. Der Nebel um die Turmspitze symbolisiert zusätzlich wie undurchsichtig die einzelnen Turmebenen sind und dass nichts von all den grauenhaften Geschichten an die Außenwelt dringt. Ich denke, dass das Cover gut und besonders passend zum Inhalt des Buches gewählt worden ist. Mich spricht es zumindest ziemlich an.

Fazit:

Pro:
ausgefallene Geschichte, originelle Ideen, passender Schreibstil, durchgehende Spannung, es ist schwierig von diesem Buch loszukommen
 
Contra:
Beginn schleppend, schwerer Einstieg in die Geschichte, lange Wartezeit bis zum Erscheinen des Folgebandes
 
Da mich dieses Buch (ausgenommen der ersten Seiten) vollkommen von sich überzeugen konnte, ist hier auch eine dementsprechend hohe Wertung angebracht. "Im Turm" von Josiah Bancroft erhält daher ganze 4,5 von 5 Büchern von mir:
 


Kommentare:

  1. Hallo Kling Kling. Ich verstehe das nicht. Kannst du mir BITTE das mit den Pointern nochmal erklären. Oder was eine Disjunktive Normalform ist?
    Best Wishes!
    Haterich

    "Nur guter Kot ist schöner Kot!"

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  2. Sehr Gute Rezension. Ich werde das Buch sehr wahrscheinlich demnächst lesen.
    Vielen Dank!

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    1. Vielen Dank für das Feedback, ich freue mich, dass ich dich für dieses Buch begeistern konnte! :)

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