Rezension: Auf Erden sind wir kurz grandios


Quelle: Randomhouse
Titel: Auf Erden sind wir kurz grandios
Autor: Ocean Vuong
Genre: Roman
Verlag: btb
Seitenzahl: 272
ISBN: 978-3442770083
Preis: 11,00€ (Taschenbuch)

Beschreibung:


Ein Roman, der die amerikanische Identität neu definiert. Und der Brief eines Sohnes an die vietnamesische Mutter, die ihn nie lesen wird: Die Tochter eines amerikanischen Soldaten und eines vietnamesischen Bauernmädchens ist Analphabetin, kann kaum Englisch und arbeitet in einem Nagelstudio. Sie ist das Produkt eines vergessenen Krieges. Der Sohn, ein schmächtiger Außenseiter, erzählt – von der Krankheit der Großmutter, den geschundenen Händen der prügelnden Mutter und seiner tragischen ersten Liebe zu einem amerikanischen Jungen. Ocean Vuong schreibt mit traumhafter Klarheit von einem Leben, in dem Gewalt und Zartheit aufeinanderprallen.
Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:


Beeindruckend - anders kann man "Auf Erden sind wir kurz grandios" nicht beschreiben. Ocean Vuong schildert die Erfahrungen seiner Jugend, die vor allem von der Verbindung zu dem Heimatland seiner Familie Vietnam definiert ist, mit einer Sprachgewalt die seinesgleichen sucht.

Dabei ist der ganze Roman als Brief an seine Mutter verfasst. Dieses Konzept hat meiner Meinung nach eingehend zu der Tiefgründigkeit, Emotionalität und Ehrlichkeit bei, die dieses Buch durchziehen. Dabei ist die Handlung von den Erfahrungen, die Vuong als Kind einer Einwandererfamilie in den USA sammelte, durchzogen. Bewegend sind dabei vor allem die Erinnerungen seiner Mutter und seiner Großmutter an ihr Heimatland und die Erlebnisse, die sie dort vor allem im Krieg machten.
Doch auch Vuongs Leben in dem von Armut durchzogenen Ort, finden Einarbeitung in sein Werk. Besonders bewegend dabei du Beziehung zu seinem Freund Trevor. 

Zur Darstellung dieser bewegenden Story darf dabei eins nicht fehlen - Ocean Vuongs unvergleichlicher Schreibstil. Mit einfacher aber tiefgehender Ausdrucksweise kann er dabei die Emotionalität seiner Geschichte derart ergreifend darstellen, dass ich mehr als einmal innehalten musste und einen Satz wegen seiner Tiefe nochmals lesen musste und viele Zitate markiert habe.

Zusammenfassend ist "Auf Erden sind wir kurz grandios" ein Meisterwerk, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.


*Rezensionsexemplar*


Rezension: Der Turm der Lichter


Quelle: Randomhouse
Titel: Der Turm der Lichter
Autor: Brandon Sanderson
Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 1027
ISBN: 978-3453273245
Preis: 26,00€ (Hardcover)

Beschreibung:


Die Völker der Welt Roschar wurden von einer scheinbar unbesiegbaren Armee überrannt. Nichts scheint gegen die unheimlichen Bringer der Leere standzuhalten. Fürst Dalinar, Hauptmann Kaladin, die Adlige Schallan und der Orden der Strahlenden Ritter sammeln alle verfügbaren Kräfte, doch zunächst müssen sie das Rätsel der Turmfestung Urithiru lösen und die magische Kraft des Sturmlichts nutzbar machen. Die Zeit drängt …
Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:


Endlich ist auch der nächste Teil von Brandon Sandersons gewaltigem Fantasy Epos auf Deutsch erschienen und so langsam neigt sich die Geschichte dem Ende zu. Noch ein Roman (bzw. zwei in der deutschen Übersetzung) und dann wird der erste Teil der großen Sturmlichtchroniken abgeschlossen sein. Ich kann die Veröffentlichung des letzten Teils, nachdem ich diesen gelesen habe, kaum erwarten und nach Sandersons ambitionierten Zeitplan, wird dieser nicht zu lange auf sich warten lassen. 

Natürlich ist auch "Der Turm der Lichter" ein Meisterwerk, wie man es von Sanderson gewohnt ist - moderne spannende Fantasy mit einzigartigen Magic Systems und Charakteren. Ich muss jedoch zugeben, dass mir die ersten Teile noch besser gefallen haben. Denn im Gegensatz zu den Vorteilen, schweift  Sanderson in diesem deutlich mehr und dadurch dass seine Bücher nicht gerade kurz sind, kann das etwas demotivieren. 

Dadurch dass mir hier etwas der Fortschritt gefehlt hat und kein wirkliches Ziel erreicht wurde, bin ich jedoch umso gespannter auf den nächsten Teil. Ich kann mir aber vorstellen, dass der mangelnde Fortschritt in der Geschichte einige Leser stören könnte. Dennoch bin ich der Meinung, dass jeder, der es bis zu diesem Teil geschafft hat, schon längst ein Sanderson Fan ist und ihm diesen eine Ausrutscher verzeihen wird.


*Rezensionsexemplar*




Rezension: Die Telefonzelle am Ende der Welt

Quelle: Randomhouse
Titel: Die Telefonzelle am Ende der Welt
Autor:
Laura Imai Messina
Genre:
Roman
Verlag:
btb
Seitenzahl:
352
ISBN:
978-3442758968
Preis: 20,00€ (Hardcover)

Beschreibung:


Eine Tagesfahrt von Tokio entfernt steht in einem Garten am Meer einsam eine Telefonzelle. Nimmt man den Hörer ab, kann man dem Wind lauschen – und den Stimmen der Vergangenheit. Viele Menschen reisen zu dem Telefon des Windes, um mit ihren verstorbenen Angehörigen zu sprechen und um ihnen die Dinge zu sagen, die zu Lebzeiten unausgesprochen blieben. So kommt eines Tages auch Radiomoderatorin Yui an den magischen Ort. Im Tsunami von 2011 verlor sie ihre Mutter und ihre kleine Tochter. Yui lernt in dem Garten den Arzt Takeshi kennen, auch er muss ein Trauma verarbeiten. Die beiden nähern sich an, gemeinsam schöpfen sie neuen Mut. Und erlauben sich zum ersten Mal, dem Leben einfach seinen Lauf zu lassen. Ganz gleich, was es für sie vorgesehen hat ...
Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:


Messina erschafft mit diesem Bestseller eine wirklich ergreifende Geschichte, die mich wahrscheinlich so schnell nicht mehr loslassen wird. Die berührenden Hintergründe der Charaktere die einzigartig ausgearbeitet sind, verweben sich zu einer mitreißenden Story, sodass ich das Buch, einmal begonnen, kaum aus den Händen legen konnte.

Auch der zentrale Punkt des Buches -die Telefonzelle- finde ich eine gelungene Idee, die beiden Schicksale miteinander zu verknüpfen. Und auch die Interaktion der Charaktere und die Bindung die sie zueinander aufbauen ist wirklich gelungen.

Den Schreibstil habe ich als angenehm, jedoch nicht außergewöhnlich empfunden. Ich denke somit passt er auch zu dieser Art Story.

Was man hier jedoch nicht erwarten sollte, ist viel Handlung. Denn die Geschichte ist vor allem auf die Gefühlswelten der beiden Charaktere fokussiert. Meiner Meinung geht dies aber auch aus dem Klappentext hervor und ist wahrscheinlich für niemanden eine große Überraschung.

Insgesamt eine rührendes und emotionales Buch, dass ich Liebhabern solcher Geschichten nur ans Herz legen kann.


*Rezensionsexemplar*

Rezension: Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?

Quelle: Hanser

Titel: "Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?"
Autor: John Green
Genre: Sachbuch
Verlag: Hanser
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3446270558
Preis: 22,00€ (Hardcover)

Beschreibung:

John Green verbindet sein eigenes Leben mit den großen Fragen der Menschheit: Was hat ein Teddybär mit Macht und Ohnmacht zu tun oder das Googeln mit unserer Endlichkeit? Mit seinem Blick für Seltsames, Wichtiges und Überraschendes bewertet John Green die menschengemachte Gegenwart auf einer Skala von 1 bis 5.

Das Anthropozän ist das aktuelle Erdzeitalter, in dem wir den Planeten grundlegend verändern. John Green versammelt Facetten dieser Epoche: Seine absurden, erhellenden und ganz persönlichen Funde spiegeln unser Leben mit allen Höhen und Tiefen. Ob „Monopoly“ oder Pest, Klimaanlage oder Internet, „Super Mario Kart“ oder Sonnenuntergänge – „Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?“ erzählt mit großer Leichtigkeit von unserer Lebenswirklichkeit und den existentiellen Erfahrungen des Menschseins.
Quelle: Hanser

Meine Meinung:

Da ich ein großer Fan der von John Greens Vlogs, seinem Podcast und natürlich seinen bisherigen Büchern bin, war dieses Buch ein absolutes Muss für mich. Auch war es eine fröhliche Überraschung, dass dies nun ein Sachbuch im Stil seines Podcast ist und keine Jugendroman wie bisher.

Bei "Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?" handelt es sich um eine Sammlung kürzerer Essays in denen John Green die verschiedensten Phänomene des modernen Lebens betrachtet und bewertet. Dabei ist es ihm ein leichtes von scheinbar belanglosen Themen, wie Kanadagänsen zu tiefsinnigen Betrachtungen über das Leben zu schließen.

Mir persönlich gefällt dabei vor allem John Greens Schreibstil und seine Art die Welt zu betrachten und auch einfach seine Denkweise. Leider ist dies schwer zu erklären, aber wer auch nur den Hauch eines Interesses hat, sollte einfach kurz in seinen Podcast "The Anthropocene Reviewed" reinhören und wird sofort verstehen was ich meine.

Ich denke es ist deutlich geworden, dass ich ein großer Fan von John Greens Werken und dabei nicht zuletzt seiner neusten Publikation bin und hoffe, dass er noch viele weitere Bücher dieser Art verfasst.


*Rezensionsexemplar*

Rezension: Wenn Haie leuchten

Quelle: Hanser
Titel: "Wenn Haie leuchten"
Autor: Julia Schnetzer
Genre: Sachbuch
Verlag: Hanser Blau
Seitenzahl: 240 Seiten
ISBN: 978-3-446-26947-7
Preis: 18,00€ (Hardcover)

Beschreibung:


Aktuellste Forschung und ein Gespür für das Kuriose: Die Meeresbiologin Julia Schnetzer über Meeresmücken, giftige Kugelfische, Delfinnasen und andere faszinierende Meeresbewohner

Das Meer ist unser erstaunlichstes und rätselhaftestes Ökosystem. Es waren mehr Menschen auf dem Mond als am Grund des Ozeans. Zu Unrecht, findet Meeresbiologin und Science-Slammerin Julia Schnetzer. Denn in der Unsterblichkeit von Quallen, der Sprache der Delfine und dem Lebensrhythmus von Unterwassermücken verbergen sich nicht nur neueste Erkenntnisse über unsere Umwelt, sondern auch über uns Menschen.

Der Kauf dieses Buchs unterstützt die Organisation MovingSushi, die Korallenriffe vor der Westküste des afrikanischen Kontinents erforscht und versucht, mithilfe der Fluoreszenz der Tiere Haibeifang in der Fischerei zu minimieren.
Quelle: Hanser

Meine Meinung:


"Wenn Haie leuchten" führt den Leser humorvoll und unterhaltsam in die Wissenschaft der Meeresbiologie ein. Allerdings sollten Leser kein umfassendes Lehrbuch erwarten sondern vielmehr einen kurzen Einblick in die Thematik, der mit interessanten Fakten angereichert ist.

Leider habe ich hier etwas mehr Tiefe erwartet und vielleicht auch ein paar Verweise zur weiteren Lektüre. Zwar gibt es hinten im Buch ein Quellenverzeichnis, hier fällt es dem mit dem Thema nicht vertrauten Leser aber vermutlich schwer die zentralen Werke herauszulesen, die auch ohne Biologieabschluss verständlich sind.

Generell wurden hier vor allem Fun-Facts vorgestellt und hin und wieder wurde auch altes Biologiewissen aus der Schule ausgegraben. So habe ich ein zwei interessante Fakten mitgenommen, viel mehr aber leider nicht. Die Stellen an denen es dann etwas "wissenschaftlicher" wurde und kompliziertere Prozesse beschrieben wurden, waren fast in kinderfreundlichem Ton ausgedrückt und für meinen Geschmack zu stark vereinfacht. Einige Fakten werden viele vermutlich auch schon aus Dokumentationen oder ähnlichem kennen. 

Großes Plus gibts aber für die Unterstützung der Organisation MovingSushi. Interessant wäre jetzt nur wie viel von dem Verkaufspreis dieser tatsächlich zugutekommt, dazu steht leider soweit ich sehen konnte auch nichts im Buch selbst.

Zusammenfassend ist "Wenn Haie leuchten" ein interessanter Einstieg in die Meeresbiologie, wer aber etwas tiefergehendes sucht oder schon Vorwissen hat, dem würde ich empfehlen ein umfassenderes Werk zu suchen.

*Rezensionsexemplar*


Rezension: Klara und die Sonne

Quelle: Randomhouse
Titel: "Klara und die Sonne"
Autor: Kazuo Ishiguro
Genre: Roman
Verlag: Blessing
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3896676931
Preis: 24,00€

Beschreibung:


Klara ist eine künstliche Intelligenz, entwickelt, um Jugendlichen eine Gefährtin zu sein auf dem Weg ins Erwachsenwerden. Vom Schaufenster eines Spielzeuggeschäfts aus beobachtet sie genau, was draußen vor sich geht, studiert das Verhalten der Kundinnen und Kunden und hofft, bald von einem jungen Menschen als neue Freundin ausgewählt zu werden. Als sich ihr Wunsch endlich erfüllt und ein Mädchen sie mit nach Hause nimmt, muss sie jedoch bald feststellen, dass sie auf die Versprechen von Menschen nicht allzu viel geben sollte.
Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:

"Klara und die Sonne" war mein erster Ishiguro und ich muss sagen, er hat mich überzeugt. Es ist schwer Ishiguros Stil zu beschreiben, zumal ich von ihm bisher nur Geschichten mit einem relativ düsteren Unterton kenne, dieses Buch dagegen, trotz der leicht dystopischen Welt, fast einen fröhlichen und lebensbejahenden Schreibstil hat. Denn Klara hat auch als KI eher die Mentalität eines Kindes und da man die Geschichte mit ihren Augen erlebt, werden viele Dinge in diesem einfachen Sprachton beschrieben, was ich jedoch teilweise auch sehr ergreifend fand. Besonders die Thematik des Sonnenlichts und deren lebenspendende Kraft wird oft aufgegriffen und sehr eindrucksvoll behandelt. So musste ich auch nach Beenden des Buches noch oft daran denken.

Das Buch enthält nur sehr wenige Charaktere, dafür sind diese aber nuancenreich ausgeführt. Besonders durch die Schreibweise aus Klaras Sicht, wird man langsam vertrauter mit den Personen und ihren Emotionen, so wie auch Klara dies erst lernen muss.

Wie gesagt ist die Atmosphäre, die Ishiguro erschafft einzigartig. Was man von dieser Lektüre jedoch nicht erwarten sollte ist eine aktionsgeladene Handlung. Sogar der Plot-Twist könnte einigen, die andere Ishiguro Romane kennen, zu gering und zu vorhersehbar sein. Meiner Meinung nach ist dieses leichte Dahinplätschern der Geschichte mit wenigen aber dafür eindrucksvollen und emotionalen Momenten jedoch genau das, was "Klara und die Sonne" außergewöhnlich macht.


*Rezensionsexemplar*


Rezension: Der Rhythmus des Krieges

Quelle: Randomhouse
 Titel: "Der Rhythmus des Krieges"
Autor: Brandon Sanderson
Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seitenzahl:  960
ISBN: 978-3453272736
Preis: 26,00€

Beschreibung:

Roschar ist eine von Stürmen heimgesuchte Welt. Diese Großstürme bringen neben der Verwüstung auch das magische Sturmlicht zu den Menschen und entfesseln bislang ungeahnte Kräfte in ihnen. Kräfte, die Roschars Völker im Kampf gegen die scheinbar unbesiegbare Armee der Bringer der Leere bitter nötig haben. Werden Fürst Dalinar, Kaladin und die Strahlenden Ritter Roschar rechtzeitig vereinen?
Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:

Brandon Sanderson ist wohl einer der bekanntesten und beliebtesten modernen Fantasy-Autoren und meiner Meinung vollkommen zurecht. Ich will hier nicht viel über die Story verraten, weil es sich hier immerhin um den 4. Teil (in der deutschen Übersetzung 7. Teil) der Reihe handelt.

Mir gefällt an Sandersons Romanen besonders, dass es sich dabei eindeutig um moderne Fantasy handelt. Das heißt, dass die Story nicht ein weiterer Tolkien Abklatsch ist, sondern neue und spannende Ideen enthält. Auch die endlosen Landschaftsbeschreibungen und Hervorhebung von unwichtigen Details, die mich bei klassischer Fantasy schon so oft gelangweilt haben. Auch die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und einzigartig.

Das beste an Sanderson ist aber, dass er so oft neue Bücher herausbringt, dass man mit dem lesen kaum hinterherkommt. So vergisst man die Geschehnisse eines vorigen Teils nicht, bis der nächste rauskommt und man kennt ja mittlerweile genug Reihen, deren Fans vergeblich auf den letzten Teil warten. Nicht so bei Sanderson: Der letzte Teil der Reihe soll meines Wissens nach 2022 rauskommen. Also kann wer möchte jetzt mit der Reihe anfangen und bis man alle dieser acht Wälzer hinter sich hat direkt mit dem neuesten Teil weitermachen.


*Rezensionsexemplar*


Rezension: Jonathan Strange & Mr. Norell

Quelle: Randomhouse
Titel: "Jonathan Strange & Mr. Norell"
Autor: Susanna Clarke
Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 1056
ISBN: 978-3-453-42474-6
Preis: 19,99€ (Paperback)

Beschreibung:


Wir schreiben das Jahr 1806. Seit Jahrhunderten gibt es keine Zauberei mehr in England. Doch während auf dem Festland der Krieg gegen Napoleon tobt, entdecken die Zaubereihistoriker, dass es noch einen praktizierenden Magier gibt: Mr. Norrell, ein Einzelgänger, der zurückgezogen in Hurtfew Abbey in Yorkshire lebt. Noch ehe sich Regierung und High Society von dieser Überraschung erholt haben, taucht ein zweiter Zauberer auf: der junge, charismatische Jonathan Strange. Die beiden Männer, die unterschiedlicher nicht sein könnten, schließen sich im Dienste der Krone zusammen, um in den Krieg einzugreifen. Doch Strange wird von der dunklen, mysteriösen Magie des Rabenkönigs angezogen, des größten Zauberers aller Zeiten. Um mehr über ihn zu erfahren, riskiert er sogar die Freundschaft zu seinem Mentor. Doch Mr. Norrell hat ebenfalls ein magisches Geheimnis, das ihn und alles, was er sich aufgebaut hat, zerstören könnte, wenn es jemals ans Licht käme...

Meine Meinung:


"Jonathan Strange & Mr. Norell" hat es sofort in die Reihen meiner Lieblingsbücher geschafft. Ich glaube, ich habe lange kein so gutes Fantasybuch gelesen. 

Susanna Clark erzählt eine vollkommen neuartige Geschichte, in der Zauberer keine Kinder, die mit Zauberstäben rumfuchteln, oder langbärtige alte Knacker sind, sondern englische Gentleman. Dies gibt vor allem den Ton des Buches an und erzeugt so einen einzigartigen Charme.

Dies wird auch von Clarks humorvollem und leicht ironischem Schreibstil unterstützt, der mich oft zum auflachen gebracht hat und noch viel öfter zum schmunzeln. Auch die Art wie sie die Spleens und Eigentümlichkeiten der Charaktere beschreibt sucht meiner Meinung nach ihresgleichen. Diese Charaktere sind dabei derartig fein ausgearbeitet, dass man sie im einen Moment unterhaltsam und sympathisch findet und im nächsten Moment für moralisch fragwürdig und abweisend. 

Trotz des unterhaltsamen Tons, hat das Buch jedoch auch die düstere und unheilvolle Stimmung, sowie die ergreifende Story, die man sich von so einer Lektüre wünschen würde. Mich hat es jedes mal aufs neue überrascht, wie es die Autorin schafft, diese gegensätzlichen Stimmungen zu einer so einzigartigen Atmosphäre zu verweben.

Insgesamt war ich daher sehr froh, dass "Jonathan Strange & Mr. Norell" derart umfangreich war, da ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte und so lange wie möglich in dieser charmanten Geschichte verweilen wollte.


*Rezensionsexemplar*



Rezension: 1984

Quelle: Randomhouse
Titel: "1984"
Autor: George Orwell
Genre: Klassiker
Verlag: Anaconda
Seitenzahl: 400
ISBN: 978-3-7306-0976-7
Preis: 6,95€ (Hardcover)

Beschreibung:


London, 1984: Winston Smith, Geschichtsfälscher im Staatsdienst, verliebt sich in die schöne und geheimnisvolle Julia. Gemeinsam beginnen sie, die totalitäre Welt infrage zu stellen, als Teil derer sie bisher funktioniert haben. Doch bereits ihre Gedanken sind Verbrechen, und der Große Bruder richtet seinen stets wachsamen Blick auf jeden potenziellen Dissidenten. George Orwells Vision eines totalitären Staats, in dem Cyberüberwachung, Geschichtsrevisionismus und Gedankenpolizei den Alltag gläserner Bürger bestimmen, hat wie keine andere Dystopie bis heute nur an Brisanz gewonnen.

Meine Meinung:


"1984" ist fraglos ein Klassiker den man gelesen haben muss. Als eine der ersten Dystopien, hat dieses Buch für viele folgenden den Ton angegeben und sogar in unseren Alltag sind viele Begriffe daraus eingeflossen. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass der Anaconda Verlag nun eine so passend gestaltete Neuauflage herausgegeben hat.

Zu der Geschichte muss ich denke ich nicht viel sagen, die kennt sicher jeder, mehr oder weniger. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, den will ich hier gleich vorwarnen: es ist auf jeden Fall keine angenehme oder spannende Lektüre. Was man hier vor allem findet sind tiefgründige politische Betrachtungen. Dafür sind diese umso lehrreicher und ich denke man kann vieles daraus als Warnung und Lehren für moderne politische Entwicklungen mitnehmen. Genau aus diesem Grund wird "1984" meiner Meinung nach auch nie an Aktualität verlieren.

Leider hat diese Anaconda Klassiker Ausgabe keine Anmerkungen oder Erläuterungen des Übersetzers, obwohl dies meiner Meinung nach gerade hier angebracht gewesen wäre, da wie schon erwähnt so viele Begriffe daraus in den modernen Wortschatz übernommen wurden und besonders für die politischen Ausführungen Querverweise hilfreich gewesen wären.


*Rezensionsexemplare*

Rezension: Der Klang der Wälder

Quelle: Suhrkamp
Titel: Der Klang der Wälder
Autor: Natsu Miyashita
Genre: Roman
Verlag: Insel
Seitenzahl: 238
ISBN: 978-3-458-17900-9
Preis: 20,00€ (Gebunden)

Beschreibung:


Als der junge Tomura einem Klavierstimmer bei der Arbeit lauscht, fühlt er sich durch den Klang in die hohen, rauschenden Wälder seiner Kindheit zurückversetzt, und fortan prägt die Leidenschaft für die Musik sein Leben. Er lernt das Handwerk des Klavierstimmens, doch bei aller Hingabe ist da doch stets die Angst vor dem Scheitern auf der Suche nach dem perfekten Klang. Als er das Klavier der beiden Schwestern Kazune und Yuni stimmen soll, muss er erkennen, dass es dabei um mehr geht als um technische Versiertheit – und es »den einen« perfekten Klang nicht gibt. Und als er Kazune, die angehende Konzertpianistin, dann spielen hört, spürt er die Bestimmung seines Lebens: ihr Spiel zum Strahlen zu bringen.

Meine Meinung:


"Der Klang der Wälder" ist eine ruhige und angenehme Lektüre und beim Lesen kann einen schonmal das Gefühl überkommen in einem kühlen Wald zu sitzen und leises Klavierspiel zu hören.

Der Schreibstil ist klar, könnte aber auf manche etwas trocken wirken. Ich denke dabei handelt es sich für allem um Übersetzungsschwierigkeiten und kulturelle Unterschiede, daher hat mich Miyashitas Stil vor allem an den Haruki Murakamis erinnert.

Die Geschichte ist auch sehr gemächlich. Man begleitet Tomura auf seinem beharrlichen Weg zum Klavierstimmer. Dabei geht Miyashita vor allem auf Tomuras Innenleben und seine Ängste ein.
Hierfür ist es denke ich sinnvoll, wenn man als Leser zumindest etwas von Musik versteht, da Tomura wirklich darauf fokussiert ist sein Handwerk zu perfektionieren und dadurch viele musikalische Referenzen fallen. Wenn man dies aber tut, ist es umso erfüllender Miyashitas tiefgründige Ausführungen über die Kraft der Musik zu lesen und man merkt, dass sie sich eingehend mit diesem Thema beschäftigt hat.

Was man von diesem Buch nicht erwarten sollte ist viel Handlung, das würde meiner Meinung nach aber auch seinem Charakter widersprechen. Vielmehr geht es um die emotionale Reise und die kleinen Fortschritte Tomuras.

Insgesamt würde ich "Der Klang der Wälder" vor allem Musikliebhabern und allen die eine gemütliche und gefühlvolle Geschichte genießen wollen.


*Rezensionsexemplar*


Rezension: Die Mitternachtsbibliothek

Quelle: Droemer Knaur
Titel: "Die Mitternachtsbibliothek"
Autor: Matt Haig
Genre: Roman
Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl: 320
ISBN: 978-3-426-28256-4
Preis: 20,00€ (Gebunden)

Beschreibung:


Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.
Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?
Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.

Meine Meinung:


Hätte "Die Mitternachtsbibliothek" nicht die Goodreads Choice Awards gewonnen, hätte ich es wohl nicht gelesen. Aber so hatte ich große Erwartungen, die leider nicht 100% erfüllt wurden.

Obwohl der Roman viele philosophische Zitate enthält, da Nora sich für Philosophie interessiert, ist der Schreibstil generell eher durchschnittlich. Auch der Verlauf der Story ist sehr gradlinig und das Ende ist sehr vorhersehbar. Manchmal wirkten die Konsequenzen, die Nora mit dem Rückgängigmachen ihrer Entscheidungen verursacht hat, auf mich auch etwas an den Haaren herbeigezogen.

Trotzdem konnte ich einige Lehren daraus mitnehmen, vor allem dadurch, dass ich mich sehr gut in Nora hineinfühlen konnte, da sie Wünsche und Bedauern hat, die wohl jeder kennt. Das hat mir auch besonders gut gefallen, dass Noras "Wunschleben" nachvollziehbar waren und Matt Haig so mit seinem Roman auch auf die ungelebten Träume des Lesers eingegangen ist.

Insgesamt hatte ich mir den Impact dieses Buches, vor allem aufgrund der vielen positiven Rezensionen
stärker vorgestellt. "Die Mitternachtsbibliothek" ist für mich eine angenehme Lektüre, erfüllt aber nicht, was ich mir davon erhofft hatte.


*Rezensionsexemplar*




Rezension: Der Orden des geheimen Baumes

Quelle: Randomhouse
Titel: "Der Orden des geheimen Baumes"
Autor: Samantha Shannon
Genre: Fantasy
Verlag: Penhaligon
Seitenzahl: 544
ISBN: 978-3-7645-3239-0
Preis: 20,00€ (Hardcover)

Beschreibung:


In ihrem epischen Fantasy-Roman „Der Orden des geheimen Baumes“ hebt Samantha Shannon das Genre auf die nächste Stufe. Mächtige Frauen lenken und beeinflussen das Schicksal ihrer Welt, ob als Königin, Magierin oder Drachenreiterin. Doch die Welt ist geteilt: Während im Westen alle Drachen als absolut böse verdammt werden, werden diese im Osten als göttergleiche Wesen verehrt. Trotz dieser gegensätzlichen Weltanschauungen müssen die Menschen des Ostens und des Westens zusammenarbeiten, als ein riesiger bösartiger Drache aus der Vergangenheit wieder aufersteht. Drei starke Frauen nehmen die Herausforderung an, die Bewohner beider Reiche zu vereinen, um die
Menschheit zu retten …
Quelle: Randomhouse 

Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:

Da es sich im englischen Original um ein Buch handelt, das aufgrund des Umfangs in zwei Teile geteilt wurde, möchte ich in dieser Rezension beide Teile als Gesamtwerk betrachten. Zu der Aufteilung möchte ich nur sagen, dass sie meiner Meinung nach sehr gut gewählt wurde, sodass man die Bücher auch als zwei getrennte Teile lesen könnte.

Es war wirklich erfrischend mal ein Fantasy-Standalone zu lesen. Man hätte aus dem Buch wohl auch eine Trilogie machen können, indem man die Handlung unnötig in die Länge zieht. Aber gerade deshalb war "Der Orden des geheimen Baumes" von Anfang bis Ende spannend. Ich hatte nicht das Gefühl, dass wichtige Szenen gefehlt hätten.

Die Story und die Charaktere des Romans sind sehr gut ausgearbeitet. Besonders dadurch dass die Charaktere auch Schattenseiten haben und an Aufgaben scheitern, werden sie umso überzeugender. Das Beste an Shannons Roman ist meiner Meinung nach aber die Welt die sie darin erschafft. Es ist mir nach wie vor ein Rätsel, wie sie es geschafft hat in einem einzigen Buch eine so große Welt mit einzigartigen Ländern und Kulturen zu schaffen, sodass man am Ende das Gefühl hat, in jeden Teil dieser Welt eingetaucht zu sein. Ich bin mir sicher, dass ich "Der Orden des geheimen Baumes" noch einmal lesen werde, nur um wieder diese einzigartige detailreiche Welt zu betreten.

Das einzige was ich ein klein wenig zu bemängeln habe ist, dass das eigentliche Ende ein wenig kurz war. Aber ich denke in diesem Roman geht es vor allem um die Reise die die vier Charaktere unternehmen, um an diesem Punkt anzukommen und wie sie dies verändert.


*Rezensionsexemplar*





Rezension: Das Mädchen und der Winterkönig

Quelle: Randomhouse

Titel: Das Mädchen und der Winterkönig
Autor: Katherine Arden
Genre: Fantasy
Verlag: Heyne
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-453-32083-3
Preis: 16,99€ (Paperback)

Beschreibung:


Wasja hat es geschafft: Sie hat ihr Zuhause vor dem Untergang bewahrt, indem sie einen Pakt mit Väterchen Frost einging. Doch jeder Pakt hat seinen Preis, und nun muss Wasja bitter für die Hilfe des Winterdämons bezahlen. Als Hexe verschrien, wird sie aus dem Dorf gejagt und durchstreift fortan in Männerkleidung das riesige Zarenreich. Immer an ihrer Seite ist ihr geliebter Hengst Solowej, der schneller ist als der Wind. Als Wasja eines Tages eine berühmt-berüchtigte Räuberbande in die Flucht schlägt, ruft sie der Prinz an den Hof nach Moskau, wo sie als Held gefeiert wird. Schnell wird Wasja – dank der Ratschläge des Winterdämons – zur engsten Vertrauten des Prinzen. Doch niemand am Hof darf je erfahren, dass der tapfere Kämpfer aus dem klirrend kalten Norden eigentlich eine junge Frau ist ...
Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:

"Das Mädchen und der Winterkönig" könnte kaum eine gelungenere Fortsetzung der Winternacht-Trilogie sein. Der zweite Teil der Reihe liest sich ebenso magisch und märchenhaft wie der erste, aber meiner Meinung nach fast noch spannender.

Die Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet, nur die zauberhafte Welt die Katherine Arden erschaffen hat konnte mich noch mehr begeistern. Auch mit einem Jahr Abstand zwischen der Veröffentlichung der beiden Teile, hat Ardens einzigartiger Stil bewirkt, dass ich mich sofort wieder in dieser Welt zurecht gefunden habe.  Und durch die russischen Märchenwesen, die diese Welt bevölkern, hebt sich "Das Mädchen und der Winterkönig" von anderen Fantasyromanen ab. Um vollkommen in dieser Welt abtauchen zu können, ist auch in diesem Teil ein Glossar zum nachschlagen der Begriffe vorhanden. 

Besonders gut gefallen hat mir, dass das Buch eine zufriedenstellende Auflösung hat und gleichzeitig auf den nächsten Teil gespannt macht. Außerdem habe ich das Gefühl, dass Katherine Arden in den ersten zwei Teilen vieles angedeutet und auf das Ende hin aufgebaut hat, sodass ich die Auflösung dieser Reihe kaum erwarten kann.


*Rezensionsexemplare*



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