Rezension: Wenn Haie leuchten

Quelle: Hanser
Titel: "Wenn Haie leuchten"
Autor: Julia Schnetzer
Genre: Sachbuch
Verlag: Hanser Blau
Seitenzahl: 240 Seiten
ISBN: 978-3-446-26947-7
Preis: 18,00€ (Hardcover)

Beschreibung:


Aktuellste Forschung und ein Gespür für das Kuriose: Die Meeresbiologin Julia Schnetzer über Meeresmücken, giftige Kugelfische, Delfinnasen und andere faszinierende Meeresbewohner

Das Meer ist unser erstaunlichstes und rätselhaftestes Ökosystem. Es waren mehr Menschen auf dem Mond als am Grund des Ozeans. Zu Unrecht, findet Meeresbiologin und Science-Slammerin Julia Schnetzer. Denn in der Unsterblichkeit von Quallen, der Sprache der Delfine und dem Lebensrhythmus von Unterwassermücken verbergen sich nicht nur neueste Erkenntnisse über unsere Umwelt, sondern auch über uns Menschen.

Der Kauf dieses Buchs unterstützt die Organisation MovingSushi, die Korallenriffe vor der Westküste des afrikanischen Kontinents erforscht und versucht, mithilfe der Fluoreszenz der Tiere Haibeifang in der Fischerei zu minimieren.
Quelle: Hanser

Meine Meinung:


"Wenn Haie leuchten" führt den Leser humorvoll und unterhaltsam in die Wissenschaft der Meeresbiologie ein. Allerdings sollten Leser kein umfassendes Lehrbuch erwarten sondern vielmehr einen kurzen Einblick in die Thematik, der mit interessanten Fakten angereichert ist.

Leider habe ich hier etwas mehr Tiefe erwartet und vielleicht auch ein paar Verweise zur weiteren Lektüre. Zwar gibt es hinten im Buch ein Quellenverzeichnis, hier fällt es dem mit dem Thema nicht vertrauten Leser aber vermutlich schwer die zentralen Werke herauszulesen, die auch ohne Biologieabschluss verständlich sind.

Generell wurden hier vor allem Fun-Facts vorgestellt und hin und wieder wurde auch altes Biologiewissen aus der Schule ausgegraben. So habe ich ein zwei interessante Fakten mitgenommen, viel mehr aber leider nicht. Die Stellen an denen es dann etwas "wissenschaftlicher" wurde und kompliziertere Prozesse beschrieben wurden, waren fast in kinderfreundlichem Ton ausgedrückt und für meinen Geschmack zu stark vereinfacht. Einige Fakten werden viele vermutlich auch schon aus Dokumentationen oder ähnlichem kennen. 

Großes Plus gibts aber für die Unterstützung der Organisation MovingSushi. Interessant wäre jetzt nur wie viel von dem Verkaufspreis dieser tatsächlich zugutekommt, dazu steht leider soweit ich sehen konnte auch nichts im Buch selbst.

Zusammenfassend ist "Wenn Haie leuchten" ein interessanter Einstieg in die Meeresbiologie, wer aber etwas tiefergehendes sucht oder schon Vorwissen hat, dem würde ich empfehlen ein umfassenderes Werk zu suchen.

*Rezensionsexemplar*


Rezension: Klara und die Sonne

Quelle: Randomhouse
Titel: "Klara und die Sonne"
Autor: Kazuo Ishiguro
Genre: Roman
Verlag: Blessing
Seitenzahl: 352
ISBN: 978-3896676931
Preis: 24,00€

Beschreibung:


Klara ist eine künstliche Intelligenz, entwickelt, um Jugendlichen eine Gefährtin zu sein auf dem Weg ins Erwachsenwerden. Vom Schaufenster eines Spielzeuggeschäfts aus beobachtet sie genau, was draußen vor sich geht, studiert das Verhalten der Kundinnen und Kunden und hofft, bald von einem jungen Menschen als neue Freundin ausgewählt zu werden. Als sich ihr Wunsch endlich erfüllt und ein Mädchen sie mit nach Hause nimmt, muss sie jedoch bald feststellen, dass sie auf die Versprechen von Menschen nicht allzu viel geben sollte.
Quelle: Randomhouse

Meine Meinung:

"Klara und die Sonne" war mein erster Ishiguro und ich muss sagen, er hat mich überzeugt. Es ist schwer Ishiguros Stil zu beschreiben, zumal ich von ihm bisher nur Geschichten mit einem relativ düsteren Unterton kenne, dieses Buch dagegen, trotz der leicht dystopischen Welt, fast einen fröhlichen und lebensbejahenden Schreibstil hat. Denn Klara hat auch als KI eher die Mentalität eines Kindes und da man die Geschichte mit ihren Augen erlebt, werden viele Dinge in diesem einfachen Sprachton beschrieben, was ich jedoch teilweise auch sehr ergreifend fand. Besonders die Thematik des Sonnenlichts und deren lebenspendende Kraft wird oft aufgegriffen und sehr eindrucksvoll behandelt. So musste ich auch nach Beenden des Buches noch oft daran denken.

Das Buch enthält nur sehr wenige Charaktere, dafür sind diese aber nuancenreich ausgeführt. Besonders durch die Schreibweise aus Klaras Sicht, wird man langsam vertrauter mit den Personen und ihren Emotionen, so wie auch Klara dies erst lernen muss.

Wie gesagt ist die Atmosphäre, die Ishiguro erschafft einzigartig. Was man von dieser Lektüre jedoch nicht erwarten sollte ist eine aktionsgeladene Handlung. Sogar der Plot-Twist könnte einigen, die andere Ishiguro Romane kennen, zu gering und zu vorhersehbar sein. Meiner Meinung nach ist dieses leichte Dahinplätschern der Geschichte mit wenigen aber dafür eindrucksvollen und emotionalen Momenten jedoch genau das, was "Klara und die Sonne" außergewöhnlich macht.


*Rezensionsexemplar*


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