Rezension: "Love Letters to the Dead", Ava Dellaira


Titel: "Love Letters to the Dead"
Autor: Ava Dellaira
Originaltitel: "Love Letters to the Dead"
Übersetzer: Katarina Ganslandt                              
Genre: Jugendbuch, Gegenwartsliteratur
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 23.02.15
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN-13: 978-3570163146
Preis: Gebundene Ausgabe 14,95€




"Jedem passieren Dinge im Leben, die nicht fair sind. Entweder sind wir für alle Zeiten deswegen auf irgendjemanden wütend und fühlen uns ungerecht behandelt oder wir entscheiden uns dafür, mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, das Beste daraus zu machen."
("Love Letters to the Dead", Ava Dellaira, Seite 360 f.)

Klappentext:

Eine Geschichte voller Liebe und Weisheit: Das beeindruckendste Jugendbuch des Jahres
Es beginnt mit einem Brief. Laurel soll für ihren Englischunterricht an eine verstorbene Persönlichkeit schreiben. Sie wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu früh starb. Aus dem ersten Brief wird eine lange Unterhaltung mit toten Berühmtheiten wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Denn die Toten verstehen Laurel besser als die Lebenden. Laurel erzählt ihnen von der neuen Schule, ihren neuen Freunden und Sky, ihrer großen Liebe. Doch erst, als sie die Wahrheit über sich und ihre Schwester May offenbart, findet sie den Weg zurück ins Leben und kann einen letzten Brief an May schreiben …
Quelle: Verlagsgruppe Random House Bertelsmann

Inhalt:

Nach dem Tod ihrer Schwester bricht für Laurel eine Welt zusammen. Ihre Mutter zieht nach Kalifornien und Laurel lebt abwechselnd bei ihrem Vater und ihrer Tante. In der neuen Schule weiß zum Glück niemand über das Unglück bescheid. Und das ist auch gut so, denn Laurel möchte nicht für "das Mädchen mit der toten Schwester" gehalten werden. Als Laurel eines Tages im Englischunterricht einen Brief an eine bereits verstorbene Persönlichkeit schreiben soll, fühlt sie sich um ersten Mal verstanden. So beginnt sie mehrere Briefe an verschiedene Persönlichkeiten zu schreiben und verarbeitet somit den Verlust ihrer Schwester.

Meine Meinung:

Besonders gefallen hat mir an diesem Buch, dass es in Form von Briefen erzählt wird. Hier entspricht jeder einzelne Brief einem Kapitel, so habe ich mir das zumindest gedacht. Dies finde ich eine neue und besonders außergewöhnliche Idee, die mich sehr begeistert hat. Definitiv ein Punkt, der das Buch an und für sich schon besonders macht und von anderen Büchern unterscheidet. Die Briefe gehen dabei an unterschiedliche Personen, wie etwa Kurt Cobain, Janis Joplin, River Phoenix oder Amy Winehouse.  Dadurch lernt man viele neue Persönlichkeiten kennen, welche in den Briefen auch so gut beschrieben werden, dass man nicht extra recherchieren muss, falls man mal eine der dieser Personen nicht kennen sollte.
Das Buch hat eine sehr tiefgreifende Thematik und ist sehr emotional und berührend geschrieben, sodass man sich als Leser das ein oder andere Mal durchaus traurig fühlen kann. Das lässt das Buch in meinen Augen sehr authentisch wirken.
Die Charaktere wurden hier sehr gut und mit viel Tiefgang dargestellt. Besonders über Laurel erfährt man natürlich Einiges, da sie die einzelnen Briefe schreibt und natürlich ihre Gedanken und Gefühle dabei mit einfließen lässt. Aber auch ihre Schwester May wurde als Charakter sehr gut und vor allem eingehend beschrieben, allerdings nur so, wie Laurel sie sieht. Somit wird das Bild von May anfangs ziemlich verherrlicht, und perfektioniert dargestellt, im Laufe des Buches wandelt sich dieses Bild jedoch. Diese Verwandlung des Bildes der geliebten Schwester zeigt auch wie sehr sich Laurel im Laufe des Buches verändert, wie sie sich entwickelt, langsam immer erwachsener und reifer wird und schlussendlich den Tod ihrer Schwester verarbeitet und akzeptieren kann.
Dennoch muss ich sagen, dass die anderen Charaktere neben Laurel und May nicht unbedingt  Nahe an mich herankommen konnten, hier herrschte das gesamte Buch über leider eine ziemliche Distanz, die auch nicht überbrückt werden konnte. Meine Vermutung ist, dass das ein negativer Aspekt der Briefschreibweise ist.
Es gab in diesem Buch jedoch auch einen Charaktere, der für mich sehr unverständlich und undurchschaubar war. Dabei handelt es sich um Laurels Mutter, die den Tod ihrer Tochter May nicht verkraften konnte und schließlich die Familie verließ. Dadurch verließ sie auch Laurel, der somit die Unterstützung ihrer Mutter in diesem Moment verwehrt wurde, in dem sie sie mehr als alles andere hätte gebrauchen können. Für mich ist es einfach nur schwer nachvollziehbar. Natürlich hat auch Laurels Mutter ihre Probleme mit dem Tod der eigenen Tochter und es ist sicherlich nicht leicht dies zu verarbeiten, aber deshalb die verbliebene Tochter und den eigenen Mann zu verlassen und diese in ihrer Trauer allein zu lassen,  nur um sich selbst regenerieren zu können, finde ich etwas unverständlich.
Wie oben schon gesagt handelt es sich hier um ein sehr emotionales Buch, das sich viel mit dem Thema Trauer und Tod beschäftigt und genau dies wird am Ende des Buches noch einmal schön aufgegriffen. Achtung Spoiler! Der letzte Brief ist an die verstorbene Schwester May gerichtet und zeigt noch einmal ganz deutlich wie sehr Laurel um sie trauert und wie sehr sie ihr fehlt. Mit diesem Brief zeigt sie, dass sie den Tod ihrer Schwester nun so weit verarbeitet hat, dass sie nun endlich darüber reden und ihren Emotionen freien Lauf lassen kann. Damit wurde für mich ein sehr berührendes Ende geschaffen, das die Entwicklung, die Laurel durchlaufen hat noch einmal zusammenfasst und das gesamte Buch schön abrundet. Ein besseres Ende hätte ich mir hier nicht vorstellen können.

Cover:

Das Cover ist schön gestaltet und der Titel des Buches fällt sofort auf, ist jedoch dabei nicht aufdringlich. Relativ mittig sitzt ein Mädchen, das etwas auf Papier schreibt - dabei wird es sich sehr wahrscheinlich um Laurel handeln, die die aus dem Buch stammenden Briefe verfasst. Es ist schlicht, dennoch sehr schön und ansprechend und passt somit für mich sehr gut zum Inhalt des Buches.

Fazit:

Pro:
Erzählung in Form von Briefen, sehr emotionale und ergreifende Geschichte, schöner Abschluss durch finalen Brief, gute Darstellung der Entwicklung der Protagonistin
Contra:
Distanz zwischen Nebencharakteren und Leser, Charakter der Mutter für mich absolut nicht nachvollziehbar
Bei "Love Letters to the Dead" handelt es sich rundum um ein gutes Buch, das eine sehr ergreifende Thematik zur Grundlage hat und mit dem Verlust eines geliebten Menschen ein Thema anspricht, mit dem jeder etwas anfange kann. Auch das besondere Erzählen durch das Schreiben von Briefen schafft hier etwas Außergewöhnliches. Da mich jedoch die Distanz zu den Nebencharakteren gestört hat, vergebe ich an dieses Buch 4,5 von 5 Büchern:


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